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  • AutorenbildFelix Thomann

Erfahrungsbericht: Food Fotografie

Die Food Fotografie ist eine Unterkategorie der Produktfotografie. Bei der Food Fotografie (zu Deutsch auch Essens Fotografie) handelt es sich um die ästhetische Darstellung eines unverarbeiteter oder verarbeiteten Lebensmittel. Ziel sollte sein Appetit beim Betrachter auf das dargestellte Lebensmittel oder Gericht hervorzurufen. Dazu kann und sollte meiner Meinung auch der Authentizität wegen das originale Lebensmittel eingesetzt werden, in der Werbeindustrie ist es aber durchaus üblich auf nicht genießbare Ersatzprodukte auszuweichen, da diese Produkte oft mehr Möglichkeiten der Manipulation bieten als ihre originalen Pendants. Ein Beispiel hierfür wäre eine nicht schmelzende Eiscreme aus Maissirup und Lebensmittelfarbe. Also alles nur Fake, auch der Kaiserschmarrn? Die Auflösung gibt's in diesem Blog-Beitrag!


Food Fotografie eines Kaiserschmarrns
ISO100 57mm f/4.0 1/13s

Die Vorbereitung


Der Schlüssel bei der Food Fotografie ist die Vorbereitung. Gerade wenn mit echten Lebensmitteln gearbeitet wird, dann bleibt oft nicht viel Zeit um den perfekten Shot einzufangen bevor der optimale Moment vorüber ist. Der Milchschaum eines Kaffees, der bereits oben erwähnte aber diesmal echte Eisbecher in der Sonne, die Eiswürfel in einem Erfrischungsgetränk oder wie hier in dem Beispiel der Puderzucker auf dem Kaiserschmarrn, der nach kurzer Zeit bereits Wasser zieht und seine Strahlkraft verliert. Genau aus diesem Grund sollten alle nötigen Vorbereitungen bereits getroffen sein, bevor der Auslöser gedrückt werden kann. Dazu zählt in erster Linie das Setup der Kamera und die jeweiligen Einstellungen, aber auch die Komposition, die Wahl des Bildausschnitts und die Präsentation. Typischerweise wird ein Winkel der Kamera zum Teller gewählt, aus dem eine Person normalerweise das Essen sieht. Um die Szene mit Leben zu Füllen können mehrere Wege gewählt werden. Beispielsweise könnte das zu fotografierende Gericht in einer Typischen Umgebung fotografiert werden, in der es typischerweise konsumiert wird. Eine weitere Option ist, wie hier bei dem Kaiserschmarrn angewandt, das Gericht in seine Bestandteile zu zerlegen und diese Zutaten als Nebendarsteller im Bildausschnitt zu verteilt. Dies eignet sich zum Beispiel sehr gut für ein Kochbuch.



Das Shooting


Sind die perfekten Einstellungen gefunden und die gewünschte Komposition ist drapiert, dann kommt der Protagonist ins Spiel. Das Fotoshooting selber dauerte nur wenige Minuten. In diesem Beispiel hatte ich den Kaiserschmarrn parallel in einer weiteren Pfanne zubereitet und dann in die bereits drapierte Pfanne gegeben. Dann musste es schnell gehen. Den Kaiserschmarrn mit Puderzucker bestreuen und den Auslöser betätigen. Blende und Fokuspunkt der Hauptperspektive für mehr Auswahlmöglichkeiten variieren. Auch Bilder aus zwei oder drei weitere Perspektiven aufzunehmen schaden nicht, wenn bereits alles vorbereitet ist. Ein hochwertiges Studio ist keine Voraussetzung für tolle Ergebnisse. Vielmehr ist gerade in der Food Fotografie der kreative Einsatz von Perspektiven und Kompositionen entscheidend.



Studio Aufbau für Food Fotografie
Hinter der Kulisse

Natürlich wurde der Kaiserschmarrn danach verzehrt. Lecker war's. Wer auch Lust bekommen hat, hier gibt's das Rezept:


Hauptzutaten:

5 EL Mehl Dinkel 603

3 Eier trennen für Eischnee und Eigelb für den Hauptteig

Milch nach Augenmaß

1 Prise Salz


Optional:

Rosinen in Rum einlegen

Butter, Mandelblättchen und Zucker zum Karamellisieren

Puderzucker


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