• Felix Thomann

Einsteiger-Guide in die Automotive Fotografie: Teil 2 Exterieur

Herzlich willkommen zurück zum Einsteiger Guide in die Automotive Fotografie Teil 2. Heute widmen wir uns der Fotografie des Exterieurs. Wie bereits in meinem Beitrag zur Interieur Fotografie erwähnt, sehe ich die Automotive Fotografie als ein Teilgebiet der Produktfotografie an. Dabei sollte der Fotograf gekonnt Vollansicht und Detailansichten präsentieren, um den Interessenten ein möglichst gutes Gesamtbild des Autos zu vermitteln. Besondere Features und die Markenidentität sollten bei jedem Bild berücksichtigt werden. Damit erhöht der Fotograf nicht nur das Markenimage, sondern bietet auch einen kommerziellen Mehrwert.


BMW M440 Motorhaube Nahaufnahme mit BMW Logo.
ISO250 57mm f6.3 1/60s

Der Signature-Shot

Ich hatte schon seit längerem die Idee einen BMW Kühlergrill zu fotografieren. Dabei wollte ich den Grill frontal aus einer tiefen Position heraus fotografieren, um die Aggressivität im Design hervorzuheben. Als ich dann vor dem BMW M440 kniete und den Kühlergrill durch den Sucher einrahmte gefiel mir das Ergebnis wegen der starken Verzerrung nicht. Eine Möglichkeit wäre hier gewesen mit einer größeren Brennweite von weiter weg zu fotografieren. Da mir diese Option nicht zur Verfügung stand entschied ich mich die Perspektive zu verändern.


Der Fokus liegt jetzt ganz klar auf dem Logo, welches ich parallel zur Sensorebene ausgerichtet habe. Dadurch verringert sich auch die optische Verzerrung, wodurch das Auto realitätsnaher präsentiert wird. Der Kühlergrill verläuft weiterhin durch das Zentrum des Fotos, ist allerdings nicht mehr das Zentrum sondern verleiht dem Foto tiefe, wodurch das Auge zu den Design Linien der Karosserie geführt wird und diese verfolgen kann.


Tipp: Ein sauberes Auto ist bei der Exterieur Fotografie noch wichtiger, da auf der Karosserie Wasser- und Schmutzspritzer leicht zu erkennen sind. Deshalb das Motto: "Get it right directly in camera", ansonsten führt es zu deutlich mehr Arbeit in Photoshop.


Vollansicht vs. Detailansicht

Die Wahl der Kameraposition spielt natürlich eine entscheidende Rolle in der Bildwirkung, darüber sollte sich jeder Fotograf im klaren sein. Der Betrachter wird später das Bild genau aus dieser Position sehen.


Eine erhöhte oder nach unten geneigte Kameraposition stellt den Betrachter über das Objekt und lässt das Objekt meist kleiner oder schwächer wirken. Eine niedrigere oder aufwärts geneigte Kameraposition hingegen vermittelt Dominanz und Stärke, da der Betrachter von unten herauf blickt. Als dritte Möglichkeit besteht noch eine neutrale Kameraposition, bei der sich der Betrachter das Objekt auf Augenhöhe befinden. Hierzu wird der Sensor möglichst wenig geneigt.


Über die Neigung des Kamerasensors bringt der Fotograf eine Verzerrung in das Bild ein, welche durchaus gewollt sein kann. Solch eine Verzerrung wirkt sich auf die Proportionen des Objekts aus, dies entfernt die Darstellung des Objekts von der Realität. Bei einem Auto kann dies in gewissen Maße zu einer starken Darstellung beitragen, kann sich aber bei Übertreibung auch sehr schnell negativ auswirken.


Bei der Vollansicht habe ich eine niedrige nach oben geneigte Kameraposition gewählt, um die Stärke und die Aggressivität in den Designlinien hervorzuheben. Dabei habe ich die leichte Verzerrung der Proportionen in Kauf genommen. Für die Detailansicht hingegen war mir eine neutrale Kameraposition auf Augenhöhe wichtig, um die Details realitätsnah und hochwertig darzustellen.


BMW M440 M Performance Aufdruck auf dem Seitenschutz.

Markenidentität

Markenidentität bringt zum Ausdruck, wofür eine Marke stehen soll. Die Markenidentität ist die Sicht des Unternehmens auf die Marke. Das Markenimage hingegen ist dabei die Sicht von Außen auf die Marke. Dies umfasst nicht nur potentielle Konsumenten.


Als Fotograf hat man direkten Einfluss auf das Markenimage, nicht auf die Markenidentität. gerade in der kommerziellen Fotografie ist der Übergang fließend, da Bilder im Idealfall alle Aspekte der Markenidentität vereinen, um so ein vom Marketing gewünschtes Markenimage aufzubauen oder zu bewahren. Dies verlangt eine gute Vorbereitung auf Seiten des Fotografs, da die Markenidentität möglichst in jedem Bild präsent sein sollte.


Dies war der zweite Teil des Guides zur Automotive Fotografie, ich hoffe zu fandest auch diesen Beitrag hilfreich und interessant und kommst für den nächsten Beitrag zurück. Vielen Dank fürs Lesen.


#Automotive #Fotografie #Exterieur #BMW #M440 #MPerformance #Markenidentität #Sportlich

0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen